Samstag, 16. Februar 2013

hier was Gutes auf die Lauscherchen...

immer wenn mich der Balkan-Blues packt, ich mich am liebsten ins Auto setzen und nach Bosnien fahren würde, höre ich Muris Varajic,  zum Leidwesen meiner Nachbarn in voller Lautstärke :-) Muris ist ein begnadeter Musiker, der sich das Gitarrenspiel im Kriegssarajevo 1993 selber beibrachte und mittlerweile mit den ganz Großen von Tifa bis Indexi gespielt hat. Mehr über Muris http://murisvarajic.com.
relax and enjoy :-)



Freitag, 15. Februar 2013

glaube nie einem Balkanero, wenn er sagt, er sei Pazifist...

Ich bin nicht sicher, mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird, aber im vierten Weltkrieg werden sie mit Stöcken und Steinen kämpfen. Albert Einstein


Das  International Institute for Sustainable Development veröffentlichte vor kurzem in Genf eine Studie über den privaten Waffenbesitz in den einzelnen Ländern weltweit. Bei dem Ergebnis drehte sich mir der Magen um. Dass die USA an erster Stelle stehen, lag auf der Hand, Wild Wild West und so. Dass aber der Balkan Lateinamerika und Südafrika toppt, hätte ich nie vermutet. Denn gleich vier Balkan-Länder führen nach den USA die traurige Liste an: 
Serbien: Einwohnerzahl 7.276.604, auf 100 Einwohner 58 Waffen
Mazedonien: Einwohnerzahl 2.022.547, auf 100 Einwohner 24 Waffen
Montenegro: Einwohnerzahl 632.261, auf 100 Einwohner 23 Waffen
Kroatioen: Einwohnerzahl 4.437.460, auf 100 Einwohner 21 Waffen

Scheint, als hätte die Balkaneros nichts aus dem letzten Krieg gelernt und Gott steh uns bei, wenn dieses Pulverfass nochmal in die Luft geht...


Donnerstag, 14. Februar 2013

statt Herzchen, Blumen und Pralinen heute ein Foto



Und zwar ein Foto, das an den 14.02.1945 erinnern soll, dem Tag, als die jugoslawische Armee Mostar befreite. Auch wenn es in Bosnien kein offizieller Feiertag ist, wird heute der Soldaten und Opfer der beiden letzten Kriege in verschiedenen Veranstaltungen gedacht. 
Die Zeilen des Graffitis an einer Hauswand in Mostar stammen aus einem Gedicht von Miso Maric:

Nije sloboda stigla iz bajke,
Nju su za sinove dobile majke.
Die Freiheit kam nicht wie im Märchen.
Mütter bekamen sie für ihre Söhne.

Nije sloboda sa neba pala,
Za nju je sestra tri brata dala.
Die Freiheit fiel nicht vom Himmel
Schwestern gaben für sie drei Brüder.

Nije sloboda stigla niz vodu,
Dali smo očeve za slobodu.
Die Freiheit floss nicht mit dem Wasser.
Wir opferten unsere Väter dafür.

Dienstag, 12. Februar 2013

Yugoslavija, ten points!

war das erste, glaube ich, was ich auf Englisch sagen konnte. Denn eine Veranstaltung war für meine Eltern so wie für die meisten Gastarbeiter Pflicht: der Eurovision Song Contest oder wie wir sagen: Evrovizija. Fernab der Heimat, liebt man diese umso mehr und zelebriert sie bei jeder Gelegenheit. So versammelten sich jedes Jahr sämtliche Jugos der Gegend im Klub, schauten den Grand Prix Eurovision de la Chanson und feierten, dass sie Jugos waren. Denke ich an die Evrovizija, höre ich das Jubeln, wenn "wir" viele Punkte bekamen und das Meckern und Fluchen, wenn "wir" keine bekamen, als ob es so wichtig gewesen wäre oder irgendetwas geändert hätte...
Seit fast 30 Jahren habe ich kaum einen Song Contest verpasst, nicht weil ich unbedingt auf die Musik stehe, der Gegenteil ist der Fall, sondern weil der Grand Prix Eurovision de la Chanson (isch liebe es) eine schräge Parallelwelt ist, laut, bunt, sorglos und es einfach Spass macht zu lästern, zu jubeln, wenn wir Punkte bekommen und zu meckern und zu fluchen wenn wir keine bekommen :-)
Hier meine persönlichen Highlights:
Gänsehaut-Momente
http://www.youtube.com/watch?v=Hs-Bmme7qdI
Das erste bosnische Voting aus dem besetzten Sarajevo 1993, 20 Jahre später habe ich immer noch Gänsehaut.
http://www.youtube.com/watch?v=IyhuC9rDeFY
Wunderschönes Lied, fantastischer Auftritt, grandioses Herzschlag-Finale, bei dem Bosnien einen verdienten 3. Platz holte.
http://www.youtube.com/watch?v=DO1cfoVXr3c
Der ESC in Jerusalem, das Lied passte perfekt.
Gute Laune-Momente
http://www.youtube.com/watch?v=eTuIcCH6uUI
http://www.youtube.com/watch?v=UW9Xbwn8kwo
http://www.youtube.com/watch?v=UkIFRPw17PQ
http://www.youtube.com/watch?v=7gqDpEyWG5g
Respect-Momente
http://www.youtube.com/watch?v=JljgnyTbTzM
Hip Hop meets Classic, tolle Idee, fantastische Tänzer!
http://www.youtube.com/watch?v=RaDzCySXhqQ
Lord of the Dance, kein weiterer Kommentar nötig.
http://www.youtube.com/watch?v=32lpdFS7rPM
Music is the strongest bridge..
Fremdschäm-Momente, AFRIKA PAPRIKA - no comment :-D
http://www.youtube.com/watch?v=U8pPjHT_32I, besonders peinlich ab 02:56
und der Klassiker: http://www.youtube.com/watch?v=lXxs7NUgmUo

Sonntag, 10. Februar 2013

wer singt, denkt nichts Böses..

sagt man bei uns und grundsätzlich stimme ich diesem Sprichwort zu, sind wir doch von Slovenien bis Albanien ein musikalisches Volk, mit einer ausgeprägten Tradition, gerade was die Musik und Folklore angeht. Doch es gibt eine Musikrichtung, die geht gar nicht, vielmehr definiere ich diese Musikart als reinste Körperverletzung und ich bin überzeugt, die Erfinder und Vorreiter dieses Stils haben nicht nur das erwähnte Sprichwort noch nie gehört, sie haben das Böse verinnerlicht. Ich rede vom Turbo-Folk, musikalischem Fast Food, billig, geschmacklos und schwer im Magen liegend. Anspruchslose, um nicht zu sagen bescheuerte Texte, voller Pathos, Schmalz, Herzschmerz und meistens blutjunge Sängerinnen, oft hässlich operiert und durchweg eins: künstlich from hair to toes. Jedes Mal wenn ich eines dieser Mädels in ihrem knappen Outfit, das auf eine, finde ich entwürdigende Art, mehr zeigt, als verbirgt, denke ich mir:  
1. Herr, schmeiss Hirn ran
2. Niveau ist keine Creme
3. Stil ist nicht das Ende eines Besens
Was mich aber eigentlich nervt und erschrickt ist die Tatsache, dass die Cecas und Jelenas dieser Welt Vorbilder sind und  durch ihre Erscheinung, ihr pseudo-emanzipiertes Auftreten und die Lieder Sachen gut heissen, die mit einer gesunden Lebenseinstellung und Selbstbewusstsein gar nichts zu tun haben. Nun könnte man an der Stelle sagen: Nermina, mach mal locker, lass die Kirche bzw. Moschee im Dorf und ja, natürlich hat jeder das Recht, die Musik zu hören, die er will und ja natürlich haben auch diese Sängerinnen eine Daseinsberechtigung, aber ganz ehrlich wünschen wir das unseren Töchtern? Dass Sie mit dem Gefühl aufwachsen, dass sie nur mit einem bestimmten BMI und Aussehen in und cool sind? Dass das Glück und der Sinn des Lebens nur aus teuren Autos, flüchtigen Abenteuern, durchgefeierten Nächten und ´glänzendem Bling Bling besteht???
Über Vice's Guide to the Balkan, passend zum Thema Turbo-Folk, habe Tränen ich gelacht :-)