Heute bin ich über eine Seite gestolpert, von der ich entzückt und begeistert bin: bosnanova. Entzückt von den Spielsachen für Babies, begeistert von der Idee, die hinter Bosnanova steckt und von der Tatsache, dass es mal nicht "heklici" sind, die beim Häkeln rauskommen :-D
Bei bosnanova (neues Bosnien) findet man unter anderem süße Kinderspielsachen wie den Greifling links und superschöne Kinderzimmermöbel. Angefangen vom Design über die Rohstoffe bis hin zur Verarbeitung und Produktion findet alles in Bosnien bzw. dem Balkan statt, so kommt die Baumwolle z.B. auch aus Serbien oder Slowenien.
Als das Hamburger Gastarbeiterkind und Mutter Nela Pivic Quandt Bosnanova 2012 gründete, wollte sie nicht nur schöne Kinderspielsachen verkaufen - sie wollte auch Gutes tun, weswegen sie Wert auf eine angemessene Entlohnung ihrer Arbeitnehmer, menschenwürdige und gesunde Arbeitsbedingungen legt. Jeden Tischler und Näherin lernt sie persönlich kennen. Sie arbeitet mit Handarbeiterinnen zusammen, die sich in Frauenvereinen engagieren. Nach dem Bosnienkrieg ins Leben gerufen, bieten diese Organisationen auch den nicht ausgebildeten und arbeitslosen Frauen eine Chance auf Einkommen. Neben dem sozialen ist aber auch der ökologische Aspekt interessant: Die Möbel aus Massivholz haben eine ausgezeichnete Ökobilanz. Sie werden aus einem nachwachsenden Rohstoff hergestellt, ihre Verarbeitung erfordert wenig Energie, es entsteht kaum Abfall. Massivholzmöbel sind extrem langlebig, aber schließlich auch recycelbar. Eine runde Sache und ein Projekt, das Unterstützung verdient.
an uns brechen sich die Wellen der Geschichte wie an einer Klippe. Der eigenen Kraft sind wir überdrüssig, und aus der Unfreiheit haben wir eine Tugend gemacht: wir sind edelmütig aus Trotz geworden. Mesa Selimovic
Dienstag, 10. Dezember 2013
Sonntag, 8. Dezember 2013
...wenn ein bosnischer Dickschädel Weltmeister wird :-)
Mein kleines bosnisches Herz hüpfte gestern Abend vor Freude, als Felix Sturm aka Adnan Catic in Stuttgart den Weltmeistertitel holte und in die deutsche Boxgeschichte einging. Die Stimmung in der Porsche-Arena war so genial, dass ich jetzt am Morgen danach immer noch Gänsehaut habe. Von den 8600 Gästen waren gefühlt 97% Bosnier, 2% Deutsche, 1% übriges. Respekt an der Stelle an die englischen Fans von Barker, sie versuchten ebenso tapfer wie erfolglos gegen "Bosnom behar probeharao" anzusingen - der Gedanke zählt :-)
Felix Sturm, Gastarbeiterkind, jedenfalls ist ein Großer. Am Anfang seiner Profi-Karriere war er die Zielscheibe spitzzüngiger Kritiker, die es ihm vorwarfen und übel nahmen, dass er seinen Namen geändert hatte und unter deutscher Flagge boxte. Um ehrlich zu sein, auch ich fand es erstmal nicht gut, hatte es doch den schalen Beigeschmack von Anbiederung und Assimiliation - bis ich von seinem Onkel erfuhr, wie steinig und zäh Adnans Weg bis zur Profi-Karriere war. Doch Adnan strafte die Kritiker, Neider und Lästermäuler, die meinten, er würde sich seiner Herkunft schämen, Lügen und zeigte mit seinem Verhalten, dass der Name nichts damit zu tun hat, wer man ist. Denn während eben diese Lästermauler nichts anderes machen als genau das - nämlich lästern, unterstützt Felix Sturm Kinderheime in Bosnien und nützt seine Popularität als seinen Beitrag gegen das Vergessen. Egal ob Adnan oder Felix, mein Herz hat der Champ im Sturm erobert :-) Gestern Abend in Stuttgart
Dienstag, 15. Oktober 2013
wenn Drachen Geschichte schreiben...

Sie haben es geschafft! Die Drachen haben Geschichte geschrieben: Bosnien-Herzegowina nimmt zum ersten Mal an einer Fussball-WM teil. Und nein, es ist nicht "nur" Sport, es ist so viel mehr als das: Die Jungs haben das geschafft, was kein Politiker seit Kriegsende hingekriegt hat: Heute Abend gibt es keine Kroaten, Serben oder Bosniaken, heute Abend sind wir BiH! Und das, genau das haben wir gebraucht, hvala vam zmajevi, zlatile vam se:-)
From the battlefield to football field
Istorijski uspjeh
Donnerstag, 3. Oktober 2013
mein Foto des Tages...
![]() |
| Stuggi Hauptbahnhof
Dieses Graffiti habe ich heute in der Stuttgarter Innenstadt fotografiert und ich überlege gerade ob ich es nicht als Hintergrund verwende, passt es doch perfekt zum Thema Heimat Ein Satz aus fünf kleinen Worten, hinter denen doch so viel mehr steckt.. Das Gefühl hin- und hergerissen zu sein, im luftleeren Raum zu hängen, irgendwo im nirgendwo... Das Gefühl verschwinden zu wollen, um dann doch zu bleiben - nicht weil man muss, sondern weil man will.
Alexander von Villers, Briefe eines Unbekannten |
for those who can tell no tales...
ein Film, auf den ich wirklich gespannt bin und der vor kurzem seine Premiere in Spanien feierte ist: "For those who can tell no tales"
Die grossartige Jasmila Žbanić, 2006 mit dem goldenen Bären für "Esmas Geheimnis - Grbavica" ausgezeichnet wollte mit diesem Film, einer Mischung aus Fiktion und Doku die "Mauer des Schweigens" durchbrechen und zeigen, dass die Greuel des Krieges auch 20 Jahre nach dem Ende, tiefe Spuren hinterlassen haben. Interessant finde ich wie Jasmila an dieses doch sehr schwere Thema rangeht: In "For those who can tell no tales" macht sich nämlich eine junge Frau aus Australien auf den Weg nach Bosnien, nachdem sie Ivo Andric gelesen hat. In Visegrad angekommen trifft sie erstmal auf eine Mauer des Schweigens. Erst nach und nach erfährt sie von den schrecklichen Ereignissen, die während des Krieges in Visegrad stattfanden:
Jasmila Žbanić studierte Theater- und Film-Regie an der Kunstakademie in Sarajevo. Davor war sie als Puppenspielerin am Theater “Bread and Puppet” und als Clown im Lee Delong Workshop beteiligt. 1997 gründete sie mit Freunden gemeinsam die Künstlervereinigung “Deblokada”, mit der sie eine Vielzahl von Dokumentarfilmen, Videoarbeiten und Kurzfilmbeiträgen produzierte und entwickelte oder bei denen sie Regie führte.
Für ihren Debütfilm „Grbavica“ gewann sie bei der Berlinale 2006 den Goldenen Bären für den Besten Film. Ihr zweiter Spielfilm „Na Putu“ (2010) feierte ebenfalls im Wettbewerb der Berlinale Premiere und wurde zu zahlreichen internationale Festivals eingeladen wie z.B. Karlovy Vary International Film Festival, CPH:PIX, Espoo Cine, Doha Tribeca Film Festival u.v.m. Interview
Die grossartige Jasmila Žbanić, 2006 mit dem goldenen Bären für "Esmas Geheimnis - Grbavica" ausgezeichnet wollte mit diesem Film, einer Mischung aus Fiktion und Doku die "Mauer des Schweigens" durchbrechen und zeigen, dass die Greuel des Krieges auch 20 Jahre nach dem Ende, tiefe Spuren hinterlassen haben. Interessant finde ich wie Jasmila an dieses doch sehr schwere Thema rangeht: In "For those who can tell no tales" macht sich nämlich eine junge Frau aus Australien auf den Weg nach Bosnien, nachdem sie Ivo Andric gelesen hat. In Visegrad angekommen trifft sie erstmal auf eine Mauer des Schweigens. Erst nach und nach erfährt sie von den schrecklichen Ereignissen, die während des Krieges in Visegrad stattfanden:
Jasmila Žbanić studierte Theater- und Film-Regie an der Kunstakademie in Sarajevo. Davor war sie als Puppenspielerin am Theater “Bread and Puppet” und als Clown im Lee Delong Workshop beteiligt. 1997 gründete sie mit Freunden gemeinsam die Künstlervereinigung “Deblokada”, mit der sie eine Vielzahl von Dokumentarfilmen, Videoarbeiten und Kurzfilmbeiträgen produzierte und entwickelte oder bei denen sie Regie führte.
Für ihren Debütfilm „Grbavica“ gewann sie bei der Berlinale 2006 den Goldenen Bären für den Besten Film. Ihr zweiter Spielfilm „Na Putu“ (2010) feierte ebenfalls im Wettbewerb der Berlinale Premiere und wurde zu zahlreichen internationale Festivals eingeladen wie z.B. Karlovy Vary International Film Festival, CPH:PIX, Espoo Cine, Doha Tribeca Film Festival u.v.m. Interview
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