Dienstag, 29. Januar 2013

wieso deutscher Kaffee nicht schmeckt...

jedes Mal, wenn ich eine Melitta-Werbung sehe, dreht sich mir der Magen um. Da mag der Barista noch so gut aussehen und vom tollen Kaffee schwärmen, Filterkaffee geht gar nicht, sorry. So wie die Türken und Japaner ihren Tee lieben und ganze Zeremonien dafür haben, so haben wir Balkaneros unsere kahva / kafa / kava, eine Art türkischer Mokka. Und wie bei der Teezeremonie gibt es auch hier bestimmte Regeln zu beachten, denn der Kaffee wird nicht einfach nur lieblos in den Filter geschüttet, Maschine an und gut ist. Der Vorgang an sich ist einfach, erfordert aber dennoch Präzision und das Gefühl für den richtigen Moment. Jeder der seinen Herd nach einem "explodierten" Mokka putzen musste, versteht was ich meine :-)
Dass ich so gerne bosnischen Kaffee trinke liegt aber auch daran, dass wir mit dem Kaffee Geselligkeit und eine schöne, entspannte Atmosphäre verbinden. So haben wir für kahva verschiedene Ausdrücke, angefangen bei der  "razdrmusa" morgens, deren Koffeingehalt tote Tanten weckt., die "docekusa" - der "schön-dass-ihr-da seid"-Kaffee, dann hätten wir die "razgovorusa", der "erzähl-wie-es-dir-geht"-Kaffee, mein Favorit, der mir schon eine Menge Geld für den Psychologen gespart hat und das perfekte Getränk für gute Gespräche. Und natürlich die obligatorische "sikterusa" der "jetzt-könntet-ihr-langsam-mal-nach-Hause"-Kaffee. Der Kaffee ist jedes Mal der Gleiche und doch macht er alltägliche Momente zu etwas Besonderem, Entschleunigung ist das Zauberwort. 






An der Stelle eine schöne Geschichte, die ich immer wieder gerne lese:



Von der Möhre, dem Ei und der Kaffeebohne...

Eine Tochter klagte ihrem Vater ihr Leid und beschwerte sich, dass ihr Leben so schwer, anstrengenend sei und sie keine Kraft mehr hätte.  Ihr Vater, Koch von Beruf, führte sie in die Küche. Er nahm drei Töpfe, füllte diese mit Wasser und stellte sie auf den Herd. Als das Wasser anfing zu kochen, nahm er jeweils eine Möhre, ein Ei und ein paar Kaffeebohnen, gab sie in die Töpfe und liess sie erstmal kochen. 
Die erstaunte Tochter fragte neugierig, was das denn soll? Woraufhin der Vater die Töpfe vom Herd nahm und ihr erstmal die Möhre, das Ei und die Kaffeebohnen zeigte und sagte: Schau mal.. Die Tochter fühlte, dass die Möhre inzwischen weich, leicht zerbrechlich, das Ei hingegen hart war, während die Kaffeebohnen wunderbar rochen. 
Was soll das bedeuten? fragte sie. Mein Kind, sagte der Vater, diese Möhre, dieses Ei und diese Kaffeebohnen haben alle das gleiche durchgemacht, schau: Die Möhre war anfangs stark und hart, doch das kochende Wasser machte sie weich, spröde. Das Ei war durch die Schale anfangs geschützt, doch der weiche Kern wurde hart. Die Kaffeebohnen jedoch haben dem Wasser getrotzt und es sogar verändert, sieh genau hin. und jetzt frage ich Dich, wie willst Du sein? wie die Möhre, die auf den ersten Blick stark wirkt, doch sobald ein erstes Hindernis kommt ihre Kraft verliert? wie das Ei, geschützt von der Schale, die sich äüßerlich nicht ändert, doch mit einem harten Herzen? Oder bist Du wie diese Kaffeebohne, die es schafft das kochende Wasser zu ändern, sogar zu verbessern, indem sie ihm Geschmack und Duft gibt? 
Autor unbekannt



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen